Der Die-off Effekt

 

Der sogenannte Die-Off-Effekt (Absterbe-Effekt) ist ein sehr spezifisches Symptom für eine systemische Candidainfektion und es ist das Symptom, das Sie erleben, wenn sich die systemische Candidainfektion aus einem bisher befallenen Körperbereich zurückzieht. Ein Die-Off entsteht, wenn die Candida-Zellen schnell und in größeren Mengen getötet werden und dadurch große Mengen Giftstoffe gleichzeitig in die Blutbahn freigegeben werden. Somit ist es ein positives Zeichen, allerdings mit einigen sehr unangenehmen Nebenwirkungen.

Der Rückzug des Pilzes wird durch Aushungern desselben oder durch die Verwendung von fungizider Lebensmittel oder Produkte ausgelöst. Der Rückzug ist ein langsamer Prozess, der Tage, Wochen oder Jahre dauern kann. In der Zwischenzeit wird es Zeiten geben, in denen sich die Situation stabilisiert und der Rückzug für eine gewisse Weile stillsteht. Ein Die-Off führt zu massiver Müdigkeit mit grippeähnlichen Symptomen. Der Grund dafür ist die massive Freisetzung von Giftstoffen aus absterbenden Pilzzellen und wegen der inneren Wundbildung in den Bereichen, aus denen sich die Candidawurzeln zurückziehen. In diesen Bereichen muss der Körper neue Körperzellen bauen, was ihn zusätzlich stresst. 

Die von dem Die-Off ausgelöste Müdigkeit kann auch eine Folge der Nebennierenmüdigkeit und der massiven Überlastung der Leber sein. Der Die-Off ist besonders zu Beginn und in der Mitte des Heilungsprozesses ein Problem (Krankheitsstadien 2 und 3). Vor allem am Anfang der Anti-Pilz-Diät werden Sie massive Die-Off-Effekte erleben, mit langen Perioden von Müdigkeit. Der Grund dafür ist, dass die Heilungsfortschritte in dieser Zeit schnell gehen, da die Ausbreitung der Candidawurzeln im Körper rasch zurückgeht, um sich dem verringerten Nahrungsangebot durch die Zuckerreduzierung während der Anti-Candida-Diät anzupassen. Die gesamte Heilungsdauer kann sich über Jahre erstrecken und es kann zu Perioden kommen, in denen es keine positive Entwicklung gibt. Wahrscheinlich werden Sie auch Rückfälle durch allergene oder zuckerhaltige Lebensmittel erleben, aber während Sie sich erholen werden die Die-Off-Folgen und andere durch den Pilz ausgelöste Symptome weniger und es werden sich größere Zeitabstände zwischen den einzelnen Symptomen befinden. Der Die-Off geschieht besonders während des Schlafes, daher ist ein guter, langer Schlaf für alle Candidapatienten sehr wichtig. Während des Schlafes gibt es nur einen Minimum an Nährstoffumsatz im Darm und im Körper, aufgrund des niedrigen Energieverbrauchs. Die Folge davon ist eine minimale Zufuhr von Zucker zu dem candidainfizierten Gewebe und damit ein Aushungern und ein Rückzug des Pilzes. Daher sollten Sie auch vor dem Schlafengehen keine kohlenhydratreichen Mahlzeiten (Kartoffen etc.) mehr zu sich nehmen. Umgekehrt wird bei großem Stress, während dem der Zuckerbedarf im Darm und Körper sehr groß ist, damit das Gehirn und die Muskeln ausreichend mit Energie versorgt werden können, auch dem Candia-Pilz eine Portion Extra-Zucker zugeführt, was zu einer Verschlechterung der systemischen Pilzinfektion führen kann.

Es gibt mehrere spezifische Symptome während eines Die-Offs, wenn die Pilze sich aus vormals befallenen Bereichen zurückziehen. Der Rückzug der Pilzwurzeln ist in den Gebieten, in denen die Wurzeln eingedrungen sind, leicht zu merken. Zum Beispiel im Dünn- und Dickdarm, am Darmausgang, im Magen, im Mund, auf der Haut, in den Beinen etc. kann der Rückzug wie ein kribbelndes oder prickelndes Gefühl wahrgenommen werden. Je weiter entfernt eine befallene Körperpartie von dem Darm-Trakt entfernt ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass hier der Rückzug beginnt. Wenn es nicht mehr genug Zucker als Nahrung im Darm ist, dann kann der Candidapilz nicht genug Nahrung absorbieren, um durch die Wurzeln diese entfernten Gebiete zu versorgen. Viele Candidapatienten spüren das kribbelnde, juckende und prickelnde Gefühl am/im Anus und vom Anus bis zur Vagina bzw. Hodensack. Frauen können dieses Jucken auch in der Vagina verspüren.

Der Rückzug der Candidawurzeln ist ein langsamer Prozess und es kann Stunden und Tage dauern, bevor sich die Wurzeln auch nur wenige Zentimeter zurückgezogen haben. Der Prozess kann sowohl unangenehm, als auch sehr störend sein. Dort, wo der Pilz seine Wurzeln herauszieht, ist der Körper innerlich wund. Hier muss das Gewebe wieder aufgebaut werden durch gesunde Körperzellen und dies setzt dem Immunsystem kräftig zu. Deshalb ist es so wichtig, in dieser Zeit genügend Ruhe und reichlich Nährstoffe zu bekommen, damit sich der Körper gut erholen kann nach so einem Die-Off. Bei einer Magenspiegelung kann der Rückzug der Candida-Wurzeln visuell wahrgenommen werden, als ein dichtes Netz winziger, punktförmiger Wunden, durch die vorher die Wurzeln ragten, um Nährstoffe aus dem Essen zu saugen. Direkt nach einem Die-Off, wenn die Wurzeln aus den gebohrten Löchern entfernt sind und die Löcher selbst noch nicht verheilt, können besonders viele Speisereste in das Blut gelangen und dort (allergische) Reaktionen auslösen, denn in dieser Zeit ist die Schleimhaut in dem Bereich besonders permeabel. Die allergischen Reaktionen können in dieser Zeit also deutlich zunehmen.

Nach ein paar Stunden bis Tagen sind die Wunden aber wieder verheilt und die Darmwand ist wieder dicht. Die Wurzeln sind sehr klein und haben die gleiche Farbe, wie die Oberfläche des Magen-Darm-Trakts, deshalb sind sie mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Nach dem Rückzug der Wurzeln können jedoch für eine kurze Zeit winzige Blutungen/Wunden gesehen werden. Bei Pilzinfektionen kommt es zudem auch zu weißen Beschichtungen, besonders im Mund und im Darm.

Der Rückzug der Wurzeln aus dem Dünndarm und besonders aus dem Magen kann sehr schmerzhaft sein. Im Magen kann es zu einem sehr unangenehmen, drückenden, stechenden Schmerz kommen, während sich die Magenhaut zusammenzieht, durch die Schrumpfung des Pilzes. Dies kann auch im Dünndarm gespürt werden, während sich das Oberflächengewebe zusammenzieht. Diese Die-Off-Reaktionen können von einer Vielzahl anderer Symptome, wie Kopfschmerzen, Fieber, neurologischen Symptomen (siehe den dementsprechenden Abschnitt) begleitet werden.
Die Müdigkeit nach dem Die-Off ist oft besonders überwältigend, wenn der Rückzug der Wurzeln im Magen oder Darm stattfand. Dagegen wird es während dem Rückzug aus dem Mund, der Vagina, der Haut oder der Glieder nur zu einer begrenzten Müdigkeit kommen. Der Grund dafür liegt darin, dass das Magen-Darm-System so immens wichtig für das Immunsystem ist und damit zu einer besonders starken Nebennierenschwächung führen kann. Außerdem ist das Wurzelnetz des Pilzes hier besonders dicht und daher führt es zu größeren Die-Off-Effekten, größerer Wundbildung und größerem, inneren Stress.

Der Ausgangspunkt einer Pilzinfektion ist immer der Dünndarm, Dickdarm und der untere Teil des Magens, wo er viele Nährstoffe, vor allem Zucker und Zink, aus der Nahrung absorbieren kann. Von dort breitet er sich dann bis zum Mastdarm, Darmausgang, Hals und Mund aus. Aus dem Magen-Darm-Trakt kann er dann sein Wurzelsystem auch in andere Körperbereiche schicken, wie zum Beispiel in die inneren Organe (vor allem Lunge und Leber), in die Vagina, die Beine, die Haut und auch anderswo. Die Nahrung bekommt der Pilz weiter von dem Zucker im Darm und von hier aus kann er durch sein Wurzelsystem die Nahrung zu allen Teilen des Wurzelnetzes im ganzen Körper verteilen.

Wenn der Die-Off beginnt, nachdem Sie mit Ihrer Anti-Candida-Diät angefangen haben, wird der Pilz seine Wurzeln in einem ähnlichen Muster zurückziehen, wie er sich ursprünglich im Körper ausgebreitet hat. Im Dünndarm gibt es reichlich Zucker aus der Nahrung und deshalb wird er hier am schwersten auszurotten sein. Während die Heilung vorwärts schreitet, wird sich der Pilz zuerst von der Haut, aus den Gliedern usw. zurückziehen. Dann beginnt der Rückzug aus dem Anus, dem Mund und dem Hals, gefolgt von den inneren Organen. Wenn die Heilung weiter geht, wird sich der Pilz aus dem oberen Teil des Magens und dem unteren Teil des Dickdarms zurückziehen, weil dort der Zucker noch nicht aufgespalten bzw. schon absorbiert ist. Danach wird der Rückzug sich auf die unteren Teile des Magens und den Rest des Dickdarms konzentrieren. Der Dünndarm ist der letzte Ort, an dem der Die-Off stattfindet. Der Heilungsprozess kann für einige recht schnell vonstatten gehen, andere Patienten brauchen dafür Jahre und viele werden nie vollständig geheilt. Viele werden auch feststellen, dass sich ab einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Heilungsprozess keine Fortschritte mehr zeigen. Und kleine Fortschritte werden von durch Stress oder allergene Lebensmittel ausgelösten kleinen Rückschlägen gefolgt. Dieser Prozess kann sich über Jahre erstrecken.

Generell gilt, dass desto weniger Fläche der Candidapilz im Magen, Darm und gesamten Körper einnimmt, desto weniger wird das Immunsystem unterdrückt und desto größer sind die Chancen geheilt zu werden oder zumindest ein normales Leben zurückzubekommen. Deshalb ist es auch so entscheidend, dass die Diagnose so schnell wie möglich gestellt wird. Doch leider vergehen für viele Patienten Jahre, ohne dass sie je eine richtige Diagnose bekommen und in dieser Zeit füttern und stärken sie ihren Candida-Pilz. Das Ende vom Lied ist dann ein wesentlich längerer Heilungsprozess.


Rückfall

Ein Rückfall in der Krankheit geschieht, wenn der Candidapilz wieder in Bereiche hineinwächst, aus denen er sich bereits zurückgezogen hatte oder wenn er in völlig neue Gebiete des Körpers eindringt.

Rückfälle finden als Folge von zu viel Zucker in der Ernährung, allergenen Produkten oder zu viel Stress statt. Selbst kleinste Mengen verbotener Lebensmittel können einen Rückfall verursachen. Für Candidapatienten während der Anti-Candida-Diät bedeutet ein Rückfall normalerweise, dass der Pilz schnell wieder in Gebiete hineinwächst, wo er schon einmal vorkam. Der Rückfall geschieht in der Regel innerhalb von wenigen Sekunden nach der Einnahme von verbotenen Lebensmitteln/Produkten. Der Rückfall kann von vielen Patienten sogar als leichtes Kitzeln in den Bereichen gespürt werden, in die die Wurzeln wieder hineinwachsen, z. B. im Anus, Magen, in der Vagina, in den Beinen usw. Nach dem Rückfall kann der lange Kampf wieder von vorne anfangen. Alle Candidapatienten auf Diät werden während ihrer Heilung Rückfälle erleben, sei es wegen verbotener Lebensmittel, Stress oder anderen Faktoren. Aber in der Regel wird bei den meisten Patienten eine langsame, sichere Heilung des Körpers und ein Rückzug des Pilzes geschehen.

Bei Patienten, die nicht in Behandlung sind und die mit einer systemischen Candidainfektion in vollem Ausbruch leben, die viel Zucker und andere 'verbotene Lebensmittel' essen, ist der Candidapilz oft sehr verbreitet im Körper. In dieser Situation ist der Körper ständig belastenden Lebensmitteln und Produkten ausgesetzt. Diese Patienten leben schon im Worst-Case-Szenario und in dieser Situation muss schon eine extra große Menge an Zucker oder allergenen Lebensmitteln gegessen werden, um überhaupt noch eine Verschlechterung der Situation auszulösen. Diese Patienten werden darum keine weiteren 'Rückfälle' durch kleinere Mengen verbotener Lebensmittel erleben, weil der Pilz bereits überall im Körper die Kontrolle hat. Riesige Mengen an Zucker, Alkohol oder Antibiotika können jedoch auch hier noch zu einer weiteren Verschlechterung des Zustandes führen.

 

 


Copyright © 2016-2017 | Candidapatient.de | Adresse/Returadresse: Landberger Weg 14 | D-24941 Flensburg | Deutschland | Tel: 0049 32 22 10 97 335